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Ein Flop mausert sich

Kurz vor knapp, sowohl vor den Festtagen als auch vor der Deadline von „Frau freut sich“, möchte ich euch noch von meinem für dieses Jahr letzten Nähstück berichten.
Wie ihr der Überschrift entnehmen könnt, war jedoch nicht klar, ob jemals etwas daraus werden könnte, denn zwischenzeitlich sah es so aus:

Aber von vorn: Ich hatte mir den Schnitt „Chicago“ aus dem Buch „Alles Jersey – Shirts & Tops“ ausgesucht und ein paar wunderbare Kuschelsweats gekauft, einen dunkelblauen und einen hellblauen mit Sternen. Den Schnitt hatte ich dann in der für mich passenden Größe ausgeschnitten und in Nullkommanix Schulternähte geschlossen, Ärmel eingenäht und auch die Seiten zugenäht. Mit der Overlock geht das ja immer mega schnell.

Bei der ersten Anprobe kam dann jedoch das schreckliche Erwachen: Alles viel zu groß und vor allem unförmig! Nur so auf dem Tisch ausgebreitet, sah man das dem Shirt gar nicht so an, aber es hing an allen Seiten schlabberig um mich herum und auch der Ausschnitt war viel zu groß.

Ich grübelte und schaute mir den Schnitt noch einmal an – und dann fiel mir auf, welchen Fehler ich gemacht hatte: Im Schnittmuster war Mehrweite im Bruch eingezeichnet, den man ggf. nutzen kann, wenn man das Shirt etwas weiter haben möchte. Das hatte ich komplett übersehen und das Shirt so ausgeschnitten, obwohl das gar nicht nötig gewesen wäre. Was also tun? Auftrennen…

Ich wusste, dass ich das Shirt so wie es war nie und nimmer anziehen würde, also blieb ja gar nichts übrig. Wenn ich noch irgendetwas retten wollte, ging das nur mit auftrennen. Dann vermaß ich mich und auch das Shirt noch einmal und ermittelte, wieviel Zentimeter an Oberweite, Taille und Hüfte ich in etwa wegnehmen musste, um zu einer passablen Form zu kommen, bei der aber schon auch noch ein wenig Luft blieb – es sollte ja schließlich ein kuscheliger Wohlfühlpullover werden.

Bei der Oberweite musste gar nicht so viel passieren, hier hatte ich nur 4 Zentimeter zu viel übrig. Bei der Taille jedoch waren es sage und schreibe 16 Zentimeter, die ich irgendwie wieder loswerden musste, an der Hüfte sogar auch ganze 10 Zentimeter (obwohl ich dort recht ausladend gebaut bin).

Ich legte das Shirt vor mich hin und steckte diese Abnahmen mit Nadeln ab. Anschließend stellte ich mich vor den Spiegel und korrigierte noch hier und da etwas. Dort kam mir auch die Idee, den zu weiten Ausschnitt per Kellerfalte zu verkleinern.



Tja, und dann verließ mich der Mut. Ich war mit dem Sitz soweit ganz zufrieden, aber da ich auch an den Ärmelöffnungen herumexperimentiert hatte, war ich nicht sicher, inwieweit ich auch die Armkugeln anpassen musste. Also legte ich das Ganze zur Seite. Dann wurde es Frühling. Und Sommer und Herbst und Winter!

Als es endlich wieder kalt wurde, war mir klar: „Jetzt oder nie!“ Also schnappte ich mir den Pullover erneut und legte einfach los. Da schon alles so schön zusammengesteckt war, nähte ich diesmal erst die Schultern, dann die Seitennähte. Die Ärmel schloss ich ebenfalls und friemelte sie danach irgendwie in die vorhandenen Armlöcher. Fragt mich nicht, wie ich es hinbekommen habe, aber es wurde sogar ziemlich gleichmäßig!

Dann musste nur noch ein Ausschnittbündchen her, das ich aus dem gleichen dunkelblauen Sweat wie das Rückenteil nähen wollte. Die erste Version war viiieeel zu eng. Also schnitt ich es erneut zu, diesmal sehr großzügig lang. Zu lang, wenn man danach einen Pullover mit klassischem Bündchen haben möchte… Allerdings muss ich gestehen, dass diese zufällig entstandene, kelchkragenartige Variante mir eigentlich sogar viel besser gefällt!

Tja, und so ist nun also aus einem Flop doch noch ein wunderbar kuscheliges Shirt geworden, das ziemlich gut passt und mir sehr gut gefällt.




Damit möchte ich mich für dieses Jahr von euch verabschieden. Ich wünsche allen „Frohe Weihnachten“ und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Alles Liebe, Eure „Ma“

Zusammenfassung:
Schnitt: „Chicago“ aus dem Buch „Alles Jersey – Shirts & Tops“ von Stefanie Brugger
Größe: 44
Anpassungen: Schnitt mit Mehrweite im Bruch zugeschnitten, nachträglich aber an den Seiten per Hand wieder enger und dabei mehr auf Figur getrimmt; Säume statt mit Bündchen doch nur einfach umgeschlagen; Ausschnitt mit Kellerfalte verkleinert; Ansätze von Brustabnähern; Schulternähte tiefer gesetzt; Ärmel „irgendwie hinein gefriemelt“
Stoff: Sweatstoffe, gekauft bei Naschl
Verlinkt: Lieblingstücke, Frau freut sich, Sew La La, Du für Dich am Donnerstag

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4 Kommentare zu „Ein Flop mausert sich

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