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Willkommen, lieber Sommer!

Er ist schon da, der Sommer! Gerade war es noch ordentlich frisch und ich brauchte noch ein Stirnband für die Ohren beim Fahrradfahren, und schon haben wir eine ganze Woche lang über 30 Grad! Eigentlich geht mir das ein bisschen zu schnell…

Aber auf der anderen Seite bin ich auch sehr froh, dass man endlich wieder leichtbekleidet und im Haus barfuß unterwegs sein kann. Keine kalten Füße mehr abends beim Einschlafen, juchhuh! 😀

Also wurde es auch Zeit, mir endlich das geplante Sommerkleid aus dem wunderschönen Jersey-Coupon „Betty Butterpop“ von Jolijou zu schneidern, dem ich bei Naschl einfach nicht widerstehen konnte. Wie meine Kollegin so schön sagte: „Das sind einfach deine Farben, das passt genau zu dir.“ Stimmt! 🙂

Nun aber zu meinem Bericht über das Nähen selbst. Nach längerem Hin- und Herüberlegen, welches Schnittmuster ich denn nun nehmen soll, entschied ich mich schlussendlich für „Ferrara“ von Schnittbox. Das erschien mir hinreichend einfach für das erste Mal, außerdem passten die Angaben zu der Stoffmenge, die ich hatte. Also ging es los mit ausdrucken, zusammenkleben, abpausen, Vorlage ausschneiden, Lage auf dem Stoff so auspuzzeln, dass alles passt und schließlich endlich auch Stoff ausschneiden / rollschneidern.

Ursprünglich wollte ich das Kleid ein wenig länger machen, da ich mit meinen 1,75m meist deutlich größer bin als die Personen, für die die Schnitte gemacht werden (oft lese ich von 1,68m oder 1,70m). Aber dafür hätte der Stoff dann nicht mehr gereicht, also entschied ich mich, das ganz locker zu sehen. 😀

Zusammen genäht war dann alles relativ schnell, die Anleitung ist auch sehr verständlich geschrieben. Das Halsbündchen machte diesmal genauso wenige Zicken, wie die Ärmelbündchen, sodass ich auch keine Auftrenn- bzw. Ausschneideaktion starten musste. Als ich das Kleid jedoch anprobierte, hatte ich mal wieder das übliche Problem: es hing im Rücken-Taillen-Bereich um mich herum wie ein Sack. Das habe ich ja jetzt schon öfters gemerkt und auch bei Kaufteilen ist es oft ein Problem, da etwas Passendes zu finden. Ich habe nun einmal Oberweite und auch ordentlich Becken, aber die Taille ist eben auch da. Nur scheinen solche Sanduhrfiguren noch immer nicht allgemeiner Standard zu sein.

Egal, warum soll ich jammern? Genau deshalb mache ich mir ja jetzt auch Kleidung selbst! Damit ich das eben noch abändern kann, wenn es mir nicht passt. Gesagt, getan: Ich stellte mich vor den Spiegel, zwickte das Kleid mit Stecknadeln einigermaßen so zusammen, dass es nicht zu eng wurde und arbeitete das dann noch einmal „in schön“ auf der Schneidematte heraus. Hier könnt ihr meine provisorische Kritzelei sehen, nach der ich dann ein Stück aus dem Rücken heraus geschnitten habe:


Im Nachhinein betrachtet, hätte ich vielleicht lieber kleinere Stückchen, dafür nicht nur hinten, sondern auch an den Seiten wegnehmen sollen. Aber ehrlich gesagt war mir das zu viel Fummelei und ich wollte endlich fertig werden. Außerdem erschien es mir in dem Moment auch logisch, nur an der Rückennaht etwas zu ändern. Es ist mir auch soweit zufriedenstellend gelungen, denn ein paar Fältchen darf man ruhig sehen. Nur hätte ich es machen sollen, bevor ich den Halsausschnitt verblendet hatte. Denn den wollte ich nun wirklich nicht mehr auftrennen, weshalb er nun hinten einen kleinen Knubbel hat (seht ihr weiter unten vor allem beim rückwärtigen Tragefoto). Allerdings glaube ich auch, dass ich dann nicht so gut hätte abschätzen können, wieviel ich wegnehmen muss, da ja der Ausschnitt erst durch den Gummizug gekräuselt wird und deshalb bei der Anprobe viel zu weit gewesen wäre.

Wie dem auch sei! Zum Schluss musste ich dann ja nur noch den unteren Saum nähen. Dazu wählte ich mir einen schönen Pseudo-Overlockstich aus und legte los. Da ich schon sehen konnte, dass bald der Unterfaden zur Neige geht, nähte ich erst einmal die vordere Seite. Und tatsächlich: ziemlich genau ab dem Moment, ab dem der Rückenteil dran war, musste ich neu aufspulen. Also nähte ich erst dann den Rest fertig – und bekam dann einen Riesenschrecken!

Die auf dem Bild schräg liegende Naht ist natürlich so, wie sie sein soll. Die andere ist die Rücknaht, die auf der Innenseite (auf der ich genäht habe) auch ganz normal aussieht. Doch die Unterseite – in diesem Fall die Außenseite des Kleids – sieht so aus, wie auf dem Bild: als hätte ich einen Dreifachstich verwendet! Um die jetzt schon viel zu lange Geschichte abzukürzen: Meine nähende Kollegin meinte, dass sie so etwas ähnliches auch schon hatte, als sie den Unterfaden zu locker aufgespult hatte, weil sie den Faden nicht richtig in der Spannung hatte. Ich werde also noch einmal probieren, ob es bei mir auch daran liegen könnte, bevor ich weine und den Kundendienst meiner doch noch so neuen Nähmaschine anrufe. Drückt mir schonmal die Daumen, dass alles gut ist!

Da die Naht aber hält und es einem (hoffentlich) auch nur auffällt, wenn man davon weiß, lasse ich es jetzt so. Das alles noch einmal aufzutrennen würde wohl auch den Stoff zerstören. Die bliebe nur noch die Variante „Abschneiden und anderen Stoff unten drannähen“, von der ich momentan absehen möchte.

Doch nun kommen endlich Bilder vom kompletten Werk, inklusive Tragefotos mit der trotz allem ziemlich stolzen Besitzerin! ;-D




Ich hoffe, ihr habt bis hierher überhaupt durchgehalten, oder euch wenigstens durch die Bilder gescrollt. 😛 Jedenfalls bin ich mir sicher, dass nun noch das ein oder andere Kleid für den Sommer folgen wird – die Temperaturen schreien schon einmal danach! Eventuell werde ich aber noch einen anderen Schnitt ausprobieren, damit ich nicht wieder basteln muss. Und vielleicht mache ich mir auch erst noch ein T-Shirt oder eine Sommerbluse. Oder ein Kleid aus Baumwoll-Webstoff? Oder… hach, es gibt sooo viel zu tun! 🙂

Nun klinke ich mich wieder beim Me-Made-Mittwoch ein – auch wenn mein Beitrag Anfang Mai zum Thema „Blumen“ deutlich besser gepasst hätte, als jetzt beim Thema „Streifen“. Zum Glück darf man auch mit anderen selbstgemachten und -getragenen Dingen mitmachen. Es gibt doch immer wieder wunderschöne Inspirationen!

Ich wünsche euch weiterhin eine herrliche Zeit, genießt die Sonne!

Liebe Grüße,
Eure „Ma“

Zusammenfassung:
Schnitt: „Ferrara“ von Schnittbox
Größe: 46 (zur Einordnung: Kaufgröße trage ich 42/44 bei Kleidern, 44/46 bei Hosen)
Anpassungen: ein gutes Stück im Rückenbereich weggenommen
Stoff: Jersey „Betty Butterpop“ von Jolijou, gekauft bei Naschl (Mannheim)

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2 Kommentare zu „Willkommen, lieber Sommer!

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