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Farbenspiele bringt der Frühling

Nachdem ich erfolgreich mein vorerst letztes Sockenpaar fertig gestellt hatte, das ich zurzeit auch schon fleißig trage, musste ich erst einmal kurz überlegen, was ich denn nun stricken oder häkeln sollte. Ich wollte es relativ kurzfristig fertig stellen können und die Wolle dafür schon im Haus haben.

Während ich überlegte und meine Wollvorräte sichtete, fiel mir meine Wurm-Mütze wieder in die Hände, die ich ja eigentlich schon laaaaaange fertig gestrickt hatte. Nur die vermaledeiten Fäden waren noch nicht vernäht. Kurzerhand schob ich dies also ein. Meine Güte, warum habe ich das eigentlich nicht gleich gemacht! Läppische fünf Fädchen waren es!

Den Wurm habe ich dann auch gleich zur „Hauptmütze“ ernannt und in letzter Zeit nur noch ihn getragen. Und er hat noch ein zweites Werk getan – nämlich die Inspiration geliefert für mein nächstes Projekt.

Schon eine Weile hatte ich mir vorgenommen, einmal etwas mit Norwegermuster zu stricken. Oder wie man auch sagt: Fair Isle, was zwar nicht einfach nur ein anderes Wort dafür ist (genauso wenig wie Jacquard), es in meinem Fall aber trifft. Über die unterschiedlichen Definitionen habe ich übrigens bei Tina von Tichiro knits and cats einen tollen Blogeintrag aus 2008 gefunden: hier. Jedenfalls entschloss ich, dass ich nie genug Mützen haben könne und daher auch noch eine mit einem Fair Isle Muster stricken müsse! 🙂

Freestyle Fair-Isle Mütze
Freestyle Fair-Isle Mütze

Die Siena Big in blau lag schon eine Weile hier und wartete auf ihre Bestimmung. Als Kontrastfarbe nahm ich den Wollrest meines Zickzack-Tuchs in erdbeerrot und strickte mit Nadelstärke 4 mit 50cm-Seil (bzw. für die Abnahmen mit Nadelspiel).

Als erstes sah ich mir aber verschiedene frei verfügbare Fair Isle Muster im Internet an, die sich zum Teil natürlich sehr ähneln. Ich hoffe daher, dass ich niemandem zu nahe trete und aus Versehen kopiert habe. Jedenfalls habe ich – inspiriert von diesen Mustern und unter Berücksichtigung der Maschenanzahl – meine eigene Vorlage auf Karopapier gekritzelt. Die Maschenanzahl (120 M) habe ich nach Studieren mehrerer unterschiedlicher Anleitungen bereits gestrickter Mützen und mittels einer Maschenprobe ermittelt – und lag zum Glück diesmal richtig, die Mütze ist ausnahmsweise weder zu klein noch zu groß! 🙂

Freestyle Fair-Isle Mütze
Freestyle Fair-Isle Mütze

So sah übrigens meine Vorlage aus. Am rechten Rand seht ihr noch meine (verzweifelten) Versuche, mich für eine Art der Abnahme zu entscheiden. Beim Kopfrechnen bin ich leicht gescheitert *hüstel*, daher habe ich mir alles haarklein aufgeschrieben. Schlussendlich habe ich mich für die Variante [8 re., 2 zus. str. etc., nächste Rd. alle re. stricken, dann 7 re., 2 zus. str. usw. usf.] entschieden, nachdem ich vorher zu schnell abgenommen, die Mütze daher zu kurz gestrickt und alles wieder aufgeribbelt hatte. Das Bündchen ist übrigens mit rechts verschränkten Maschen gestrickt, daher sieht es so plastisch aus.

Freestyle Fair-Isle Muster
Freestyle Fair-Isle Muster

Mein Fazit zum Farbenstricken: Spaß gemacht hat’s schon. Aber mit dem Fadenhalten bin ich überhaupt nicht zurechtgekommen. Ich habe zunächst versucht, beide Fäden gleichzeitig in der linken Hand zu halten, wie ich es schon öfter in verschiedenen Blogs beschrieben gelesen hatte. Aber leider hatte ich nicht mehr im Kopf, wie dann die Fadenführung auf der Rückseite abläuft. Dadurch hatte ich am Ende der Runde alles total verdreht und musste erst einmal „Knäuel schubsen“ spielen, bis alles wieder ordentlich war. Schließlich habe ich beide Knäuel einfach neben mich gelegt und immer nur die Farbe in die Hand genommen, die gerade dran war. Was natürlich heißt, den Faden ziemlich oft wieder neu um die Finger zu wickeln.

Und auch das Faden-Mitführen war alles andere als einfach. Da ich zum Teil recht große Strecken zwischen den Farben im Muster hatte, wickelte ich den Faden immer auch zwischendurch um den Hauptfaden, damit nicht zu lange, lose Fäden auf der Rückseite entstünden. Ich bemühte mich auch sehr, dabei die Fäden nicht zu sehr zu spannen. Aber wenn ich mir meine nicht gewaschene und geblockte Mütze ansehe, so sieht man doch deutlich „Segmente“. Schlimm finde ich das zwar nicht, aber es ginge bestimmt auch noch besser. Ich werde mir wohl doch noch ein Buch zum Farbenstricken zulegen und nochmal üben müssen, bevor ich mich an etwas Großes wie einen Pullover wage. 🙂

Freestyle Fair-Isle Mütze
Freestyle Fair-Isle Mütze

So, jetzt habe ich euch aber lange genug zu getextet! Trotzdem möchte ich euch zum Schluss wenigstens noch zwei Bilder der Windlicht-Socken da lassen, der Vollständigkeit halber. Schließlich konntet ihr beim letzten Mal nur eine Socke sehen, die ich auch nur im Dunkeln fotografiert hatte.

Toe-up Socken Windlicht
Toe-up Socken Windlicht

Toe-up Socken Windlicht
Toe-up Socken Windlicht

Vielleicht gibt’s demnächst auch wieder etwas anderes als Wolle zu sehen. 😀
Nun wünsche ich aber erst einmal „Frohe Ostern“!
Eure „Ma“

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2 Kommentare zu „Farbenspiele bringt der Frühling

  1. Liebe Annelen,

    wenn ich mir das zweite Bild so anschaue, dann komme ich zu dem Schluss, dass Stricken vielleicht doch ein Hobby für mich wäre…, sieht jedenfalls sehr technisch-mathematisch aus. 🙂 Naja, Spaß beiseite, handwerklich läge wohl noch ein langer Weg vor mir. Deine Fotos werden immer schöner, einfach großartig, was mich natürlich besonders freut!

    Herzliche Grüße und ein frohes Osterfest aus Wien!
    Martin

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